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Presse

Stadt würdigt freiwillige Helfer. Dickes Dankeschön für Ehrenamtliche in Delmenhorst
von Thomas Breuer

Delmenhorst.  Ohne das breite ehrenamtliche Engagement in Delmenhorst sähe es  schlecht aus. Diesen Eindruck vermittelte der Empfang „Ehrenamt verbindet“ am Mittwochabend in der Markthalle.
Mit warmen Worten, kalten Snacks und heißer Musik hat die Stadt  Delmenhorst am Mittwochabend in der Markthalle rund 100 Ehrenamtlichen  für ihr vielfältiges Engagement gedankt. Den versammelten Frauen und Männern bescheinigte Oberbürgermeister Axel  Jahnz: „Sie sind ein Aushängeschild. Nichts geht und funktioniert ohne  Ehrenamt.“

Erstmals stand die Feier unter dem Motto "Ehrenamt verbindet" und erstmals wurden von Oberbürgermeister Axel Jahnz (Mitte) auch die Ehrenamtlichen des Jahres gekürt
- in Person von Antje (72) und (Jürgen Wenzel (74), die seit mehr als 15 Jahren für die Delmenhorster Hörzeitung verantwortlich zeichnen und damit sehbehinderten und blinden Menschen einen großen Dienst erweisen.

Foto: Thomas Breuer
„Stille Helfer“ besonders hervorgehoben
Jahnz sprach mit Blick auf die freiwilligen Helfer von einer Säule der Gesellschaft, die unersetzlich sei. „Es geht nicht darum, wie alt man ist“, sagte er, „ehrenamtlich kann man sich immer engagieren.“ Ausdrücklich würdigte der Rathauschef diejenigen, die in Vereinen und Initiativen nicht in vorderster Reihe stehen, sondern als „stille Helfer“ wirken.
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Antje und Jürgen Wenzel gewürdigt
Eine besondere Würdigung als Ehrenamtliche des Jahres 2015 erfuhren am Mittwochabend Antje (72) und Jürgen Wenzel (74). Beide haben vor 15 Jahren die Hörzeitung ins Leben gerufen . Regelmäßig lesen sie dafür in einem Team Berichte aus dem dk vor, um sie auf CDs im MP3-Format an rund 40 blinde und sehbehinderte Menschen zu versenden. „Das ist eine wunderbare Aufgabe“, sagte die blinde Antje Wenzel über die selbst gestellte Aufgabe. Das von der Auszeichnung sichtlich überraschte Ehepaar bekam eine eigens vom Delmenhorster Künstler Jürgen Knapp geschaffene Skulptur überreicht. Sie zeigt eine Figur, die von anderen auf den Schild gehoben wird.

Ein Grußwort sprach in der Markthalle auch Bundestagsabgeordnete Susanne Mittag (SPD). Sie dankte den versammelten Ehrenamtlichen für ihren Enthusiasmus und ihre Ausdauer.
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...und das schreibt die regionale Presse:

Delmenhorster Kreisblatt
Ein Artikel von Marco Julius 01.10.2015
Für Blinde und Sehbehinderte
Delmenhorster Hörzeitung seit 15 Jahren
Am 2.Oktober 2000 ist die erste Ausgabe der Hörzeitung erschienen.Ehrenamtliche lesen seitdem regelmäßig Texte für Blinde und Sehbehinderte ein.
"Wer uns einmal abonniert, der bestellt  nie wieder ab, das Abo endet erst mit dem Tod", sagt Jürgen Wenzel, der  Mann der ersten Stunde der Delmenhorster Hörzeitung, mit ganz eigenem Humor. In diesen Tagen  erinnert sich Wenzel an die Anfänge der Hörzeitung zurück, die er  gemeinsam mit seiner blinden Frau Antje vor genau 15 Jahren erstmals zum Klingen gebracht hat. Der damalige  Oberstadtdirektor Norbert Böse und der Behindertenbeauftragte der Stadt,  Uli Gödel, waren an die Wenzels mit der Frage herangetreten, ob sie sich vorstellen könnten, eine Hörzeitung zu  etablieren. Konnten sie, schnell fand sich ein großes Team von Sprechern  und Helfern,alle selbstverständlich ehrenamtlich aktiv.

1560 Ausgaben aufgenommen
"Wir machen die Hörzeitung für Leute, die mit eigenen Augen nicht mehr  lesen können", sagt Antje Wenzel. 1560 Ausgaben sind seit der Premiere  entstanden, Ausfälle gab es keine. "Nur ein Poststreik hat mal die Lieferung verhindert", erinnert sich  Jürgen Wenzel.
Zweimal in der Woche treffen sich Ehrenamtliche, eingeteilt in acht  Teams, sodass jedes Team nur alle vier Wochendran ist, um jeweils  ausgewählte Texte aus den drei aktuellsten Ausgaben des Delmenhorster Kreisblatts einzulesen. "Wir lesen nicht die  große Politik,sondern vor allem das, was vor der Haustür passiert",  erläutert Antje Wenzel. "Und die Todesanzeigen sind wichtig". Stark nachgefragt seinen auch Artikel der  Sonderseite "Von Hus un Heimat". Unsere örer sind ja Zeitzeugen, da  werden Erinnerungen wach", weiß Jürgen Wenzel.

Wechsel von Kassetten auf MP3-Format
Geschult worden sind die Vorleser nie, aber im Lauf der Jahre  immer besser geworden. "Das laute Lesen schult", sagt Jürgen Wenzel.  Angefangen habe man noch mit Tonkassetten, heute erscheint die Hörzeitung als CD im MP3-Format. Rund  90 Minuten lang ist eine Ausgabe. Die CD wird in Versandtaschen als  Leihgabe verschickt. Aktuell beziehen zwischen 30 und 40 Hörer im Seniorenalter die Hörzeitung. Das Abo kostet  monatlich vier Euro für acht Ausgaben plus die Sonder-CD "Hus un  Heimat". Ans Aufhören denken die Wenzels und ihre Mitstreiter übrigens noch lange nicht.

Mit Spaß bei der Sache (v.li.): Werner Seltenhorn, Petra Ahrens, Antje und Jürgen Wenzel, Jutta Dürer und (vorne) Edda Bruhn von der Hörzeitung
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Delmenhorster Kurier (Regionalausgabe des Weser-Kurier)
Andreas D. Becker 05.10.2015
Erlesenes aus der Tageszeitung

Antje Wenzel drückt auf die Play-Taste. Ein kurzer Moment der Stille,  dann tönt eine ernste, staatstragende Stimme durch den Raum: „Hier  meldet sich wieder Ihre Delmenhorster Hörzeitung.“ Der Satz klingt im leichten Echo aus. Das, was zuerst wie  eine Ansage des öffentlich-rechtlichen Rundfunks aus den 50er-Jahren  wirkt, endet wie einst Edgar-Wallace-Streifen begannen. Seit 15 Jahren gibt es sie nun schon,  die Zeitungsnachrichten für blinde und schlecht sehende Menschen in der  Stadt, 1560 Ausgaben wurden seit dem 2. Oktober 2000 an die Abonnenten verteilt.

Werner Seltenhorn sitzt vor dem Mikrofon im Studio des Familienzentrums  Villa und liest gerade vor, was eine der drei in Delmenhorst  erscheinenden Tageszeitungen berichtet hat. Auf der anderen Seite der über die Jahre trübe gewordenen Scheibe hocken  die Mitstreiter des Teams, auf dem Tisch stehen schon einige Stücke  Zwetschenkuchen für das Päuschen. Immer montags und donnerstags wird vorgelesen, jeder im Team ist rund 23  Minuten im Einsatz, am Ende ist eine CD mit rund 90 Minuten Nachrichten  bespielt, die dann an die derzeit 30 bis 40 Hörzeitungs-Abonnenten versandt wird.

„Wir  lesen das, was für alle interessant ist“, sagt Jürgen Wenzel. Er ist ein Mann der ersten Stunde, „der Macher“ wird er auf der  Homepage genannt. „Und einiges mögen wir selbst nicht, das lassen wir  weg.“ Als das Trinkwasser mit Keimen verseucht war und die Stadtwerke gechlort haben, da haben sie nicht jede  Folgemeldung vorgelesen, in der sowieso nur stand, dass man noch nichts  Genaues wisse und erstmal weiterchlore. Immer nur das Schlechte, sagt Jutta Dürer, das wolle man  doch nicht hören. Deswegen gebe es manchmal auch einfach nette  Geschichten, und seien sie in einem Mitnehm-Heftchen in einem Geschäft gefunden worden. Und, ganz wichtig:  die Todesanzeigen, die müssen auch verlesen werden.

Antje Wenzel, selbst  blind und laut Homepage „die Seele“ des Teams, testet nach dem Brennen  der Silberlinge jedes Exemplar, ob es funktioniert. „Ganz wichtig ist aber, dass man einen CD-Spieler hat, der  auch MP3 erkennt“, erklärt sie. In den CDs befinden zudem kleine  Einkerbungen, sodass die Abonnenten sofort ertasten können, wie sie die Scheibe in ihr Abspielgerät einlegen  müssen. Wenn sie mit der CD fertig sind, packen sie sie zurück in die  Versandtasche, drehen das Adressetikett um und das Hörzeitungs-Team bespielt die CDs dann erneut  mit den Nachrichten aus den Zeitungen. Und weil es insgesamt acht Teams  gibt, ist jeder Vorleser nur ein Mal im Monat dran, zumindest theoretisch. Das Engagement artet also nicht in  Arbeit aus.

Vor 15 Jahren kamen  der damalige Oberstadtdirektor Norbert Boese und der städtische  Behindertenbeauftragte Ulrich Gödel auf Antje und Jürgen Wenzel und die anderen Mitglieder des Blindenvereins zu, ob  sie sich nicht vorstellen könnten, auch für Delmenhorst eine Hörzeitung  zu produzieren. Konnten sie, klar, warum auch nicht. Schnell fanden sich viele Helfer, die bereit waren,  mitzulesen. Ausgebildet ist von ihnen keiner, aber besser seien sie über  die Jahre geworden, die Routine der vielen Vorlesestunden in der Sprecherkabine machten sich bemerkbar. „Und  wenn wir uns mal versprechen, bleibt es drauf. Wir sind ja keine  Maschinen. Und es ist eine schöne Auflockerung“, sagt Jutta Dürer. Es gibt auch keine einheitlichen  Vorgaben, wie etwas gelesen werden muss, jeder macht es so, wie er es  für richtig hält.

Schnell hatte sich ein  Stamm von 49 Abonnenten etabliert. Dass er mittlerweile deutlich  kleiner wurde, ist wohl ganz einfach der Lauf der Dinge. „Unsere Hörer sind auch keine jungen Blinden“, sagt  Jürgen Wenzel. Aber es sind treue Hörer, die jedes Mal mit großer Freude  auf die Hörzeitung warten, auf die Nachrichten aus Delmenhorst (und nicht der weiten Welt). Und am Ende  einer jeden CD gibt es immer noch ein kleines Schmankerl, jedes Team  denkt sich zur Verabschiedung immer etwas anderes aus. Seit 1560 Ausgaben schon.

Wer mehr über die Hörzeitung erfahren oder sie beziehen möchte, besucht die Internetseite www.delmenhorster-hoerzeitung.de oder kann sich unter der Nummer
04221 / 5 12 21 melden.

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Nordwest Zeitung
Wissen, was in der Stadt passiert
Delmenhorster Hörzeitung wird 15 Jahre alt – Rund 40 Abonnenten
Julia Zube

Das Projekt soll sehbehinderten und blinden Menschen die Geschehnisse in Delmenhorst und Umgebung nahebringen. 36 ehrenamtliche Sprecher helfen mit.
Auf den Tag genau – vor 15 Jahren – hat alles begonnen. Am 2. Oktober 2000 wurde die erste Ausgabe der Delmenhorster Hörzeitung im Tonstudio des Familienzentrums Villa aufgenommen. Von Anfang an dabei waren Antje und Jürgen Wenzel.
„Wir wussten damals alle noch nicht so richtig Bescheid“, erinnert sich Antje Wenzel. „Damals haben wir ja noch mit Kassetten gearbeitet“, ergänzt ihr Mann.
Mehrere Stunden arbeiteten die beiden gemeinsam mit anderen ehrenamtlichen Helfern an der Ausgabe. „Abends um halb neun waren wir dann zu Hause. Das Endprodukt hat uns gezeigt: So können wir es nicht machen“, resümiert Antje Wenzel und lacht. Aller Anfang ist schwer.
Heute – 15 Jahre später – ist das Team der Delmenhorster Hörzeitung wesentlich besser organisiert. „Man lernt mit den Jahren dazu“, so Jutta Dürer, eine der insgesamt 36 Sprecherinnen und Sprecher, die das Projekt unterstützen.
„Wir wollten eine Zeitung machen für Leute mit Handicap, die mit ihren eigenen Augen eine Zeitung nicht mehr lesen können“, so Jürgen Wenzel. Heute sind es 30 bis 40 Abonnenten, die die Hörzeitung in Form von MP3-CDs beziehen. „Es ist wichtig, dass unsere Hörer ein MP3-fähiges Gerät haben“, so Ingrid Wenzel ,denn heutzutage arbeiten wir schließlich nicht mehr mit Kassetten“.
Zweimal in der Woche treffen sich die einzelnen Teams von vier bis fünf Personen im Tonstudio und lesen Artikel aus den Delmenhorster Tageszeitungen der vergangenen drei Ausgaben vor. „Wichtig für unsere Abonnenten sind die lokalen Ereignisse, nicht so sehr das weltpolitische Geschehen“, meint Ingrid Wenzel, die selbst blind ist. „Und die Todesanzeigen“, ergänzt Jutta Dürer.
Petra Ahrens ist an diesem Tag für die Technik zuständig. „Nach jedem Artikel speichere ich das gelesene Material“, so Ahrens. Edda Bruhn sitzt im Raum gegenüber und liest gerade einen Artikel. „Uns ist es wichtig, dass auch Menschen, die nicht oder kaum sehen können, wissen, was in ihrer Stadt passiert“, sind sich alle Beteiligten des Projekts einig.
„Wer unsere Zeitung einmal abonniert hat, hört sie ein Leben lang“ ist sich Jürgen Wenzel sicher.

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Delmenhorster Kreisblatt (16.02.18)
Delmenhorster Hörzeitung öffnet Tür
Zeitung zum Hören ist eine Herzensangelegenheit
Von Thilko Gläßgen
Wenn Jürgen Wenzels sonore Stimme erklingt, wissen die 30 Abonnenten der Delmenhorster Hörzeitung, dass es wieder Neuigkeiten aus Delmenhorst und umzu gibt. Mit seinem Team der Hörzeitung lädt Wenzel am kommenden Montag, 19. Februar, Interessierte zu einer Informationsstunde ein. Die Blindenzeitung öffnet dafür von 15 bis 16 Uhr ihr Tonstudio im Familienzentrum Villa an der Oldenburger Straße 49. Besonders an Angehörige und Freunde von Sehbeeinträchtigten und natürlich Blinde aus Delmenhorst und Umgebung richtet sich der Tag der offenen Tür.

Lokalteil des Kreisblatts wird eingelesen
Abwechselnd lesen acht Teams zu je vier Personen den Lokal- und Regionalteil des Delmenhorster Kreisblatts. Derzeit lesen mehr Frauen als Männer vor. Gerade erst ist ein Sprecher umgezogen, sodass der Verein nun nach Ersatz sucht. Nach dem Einsprechen werden die Artikel auf CD gebrannt und landen dann zweimal die Woche per Post in den Briefkästen der Abonnenten. Jeweils dienstags und freitags werden dann die vorangegangenen drei Tage von der Schlagzeile bis zu den Familienanzeigen vorgetragen.

Hörzeitung ist eine große Familie
Wenzel gehört mit seiner Frau Antje zu den Gründungsmitgliedern des Mediums. Er als Vorleser, während sie aufmerksam seiner Stimme lauscht. Mit jeder Stimme verbindet Antje Wenzel die Person, denn die Abonnenten und Vorleser der Hörzeitung sind laut ihrer Aussage eine große Familie. Zweimal im Jahr treffen sich alle und tauschen sich aus über ihre Herzensangelegenheit, die Delmenhorster Hörzeitung, aus.

Spaß am Vorlesen eint Ehrenamtliche
Während Jürgen Wenzel durch die Erblindung seiner Frau Antje schon lange im Blindenverein engagiert war, sind andere Mitglieder einfach so dem Sozialprojekt beigetreten. Sie eint der Spaß vorzulesen, denn sie wissen, dass ohne die Vorleser die Menschen auch ohne die Neuigkeiten aus dem Delmenhorster Kreisblatts auskommen müssten. Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite der Hörzeitung.
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